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Erfahrungen und persönliche Eindrücke
Porträts unserer Absolventen 2016

Er sorgt für Qualität im Experimentierkasten

Peter Donhauser (24) macht seinen Industriemeister Chemie IHK am TA Bildungszentrum
C Industrie & HandwerkK Oktober 2016
Peter Donhauser, 24, IMC TA Hameln Kurzporträt
Name:
Peter Donhauser
Alter:
24
Wohnort:
Hersbruck
Erlernter Beruf:
Stoffprüfer Chemie
Arbeitgeber:
Sebald Zement GmbH
Aufstiegsziel:
Sein Ziel hat Peter Donhauser schneller erreicht als gedacht. Nur ein paar Tage nach der Rückkehr in sein Unternehmen wird er zum stellvertretenden Laborleiter befördert. Die Aufstiegsfortbildung zum Industriemeister Chemie IHK am TA Bildungszentrum hat sich für ihn schon jetzt ausgezahlt. „Ich werde mich auch darüber hinaus gern an die Zeit in Hameln erinnern“, sagt der 24-Jährige.
 
Das praktische Arbeiten trainierte Donhauser in der Schreinerei seines Vaters. Dort half er regelmäßig mit, verbesserte seine handwerklichen Fertigkeiten. Im Praktikum lernte er die Firma Sebald Zement kennen, einen Familienbetrieb im beschaulichen fränkischen Nürnberger Land. Sebald Zement baut seit Mitte des 19. Jahrhunderts Kalkgestein ab und verarbeitet es heute unter anderem zu Naturdünger. Das werksseigene analytisch-physikalische Labor sorgt für die Einhaltung der Produktqualität. Peter Donhauser unterschreibt seinen Ausbildungsvertrag, weil es ihn genau dort hinzieht. Er ist überzeugt: Dieser große Experimentierkasten bietet genau die richtigen Herausforderungen für ihn.
Mit seiner Ausbildung zum Stoffprüfer Chemie lernt er einen exotischen Beruf. „Ich war in dem Jahr deutschlandweit der einzige Absolvent.“ Nach der Übernahme brodelt der Wunsch nach Weiterbildung in ihm. Zwei Jahre investiert er in die kostspielige Qualifikation zum Chemietechniker an einem bekannten Institut. Doch das Ergebnis ist ein Dämpfer für den engagierten jungen Mann: „Am Ende habe ich leider eine von acht Prüfungen nicht bestanden.“ Um den Abschluss zu erhalten, hätte er wieder von vorne beginnen müssen. „Immerhin habe ich viel Wissen gesammelt.“

Ich wollte mich nicht
im Labor verkriechen.

Sein Chef unterstützt ihn von Anfang an bei der Verwirklichung seiner Weiterbildungswünsche. „Mein eigener Anspruch ist es, nicht stehenzubleiben. Ich wollte mich nicht im Labor verkriechen.“ Der Industriemeister Chemie IHK am TA Bildungszentrum kommt da wie gerufen: „Es hat meine Entscheidung positiv beeinflusst, dass es nur 16 Wochen bis zu einem hochwertigen Abschluss dauert“, sagt Donhauser. Denn den Abschluss, den will er unbedingt haben. Er startet das Studium im Sommersemester, weil es sich zeitlich ideal mit seiner Arbeit vereinbaren lässt. Das gefällt auch dem Chef. Es ist der Auftakt für einen neuen Abschnitt im Leben von Peter Donhauser.
Das gute Gefühl, in den richtigen Händen zu sein, beginnt für ihn schon mit dem Blick auf die TA-Webseite. „Ich habe dann sofort mein Infomaterial bekommen, die BAföG-Förderung, eine Wohnung – das Gesamtpaket passt einfach.“ Die Unterkünfte werden soweit möglich mit Studierenden aus denselben Kursen belegt. „Das ist absolut förderlich fürs Lernen und außerdem sehr praktisch, wenn man sich nicht darum kümmern muss.“ In den 16 gemeinsamen Wochen auf dem Campus entstehen Freundschaften, die über den Lehrgang hinaus halten werden. Schon jetzt sind Nachtreffen geplant, mindestens einmal im Jahr soll es ein Revival geben. „Die Zeit hier werde ich vermissen und mich gerne daran erinnern.“

Die Klassengemeinschaft: ganz großer Sport.

An der Meisterschule in Hameln mischen sich wie üblich Chemikanten und Chemielaboranten wie Peter Donhauser in einer Kursgemeinschaft. Sie lernen zusammen, helfen sich gegenseitig weiter. „Dazu können die Dozenten gut vermitteln, auch indem sie eigene Erfahrungen einfließen lassen.“ Insbesondere Betriebswirtschaft und Verfahrenstechnik stoßen bei Donhauser auf großes Interesse. Die Klasse unternimmt darüber hinaus viele gemeinsame Aktivitäten. Für den aktiven Handballer und Trainer ganz entscheidend: der Sport als Ausgleich zum Lernen. In Hameln joggt er täglich seine Runden, die ganze Klasse tritt unter anderem auch bei einem Beachvolleyball-Turnier an. Die Urkunde schmückt bis zum letzten Tag den Lehrgangsraum.
Und dann ist Peter Donhauser schon wieder zurück im Frankenland, in seiner Firma, in der er für die Qualitätssicherung verantwortlich ist. In seinem Element. Dort will er bleiben. Mit neuem Abschluss, neuen Erfahrungen, auf neuer Position. Und auch wenn in der chemischen Industrie noch höhere Löhne winken – die Wertschätzung der Kollegen und das familiäre Betriebsklima sind ihm wichtiger.
 
Peter Donhauser, Vollzeit-Meisterschule in Hameln 2016
Peter Donhauser ist zuständig für die Qualität der Produkte, die in den Stein-, Zement-, Kalk- und Düngewerken abgebaut werden.